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Spannung von LED Chips

Unterschiedliche LED Chips.

Die Spannung von LED Chips variiert bei unterschiedlichen Modellen.

LED-Technologie hat in den letzten Jahren den Beleuchtungssektor revolutioniert. Von Haushaltsbeleuchtung bis hin zu industriellen Anwendungen – LEDs sind heute überall zu finden. Doch wie funktionieren diese kleinen Lichtquellen eigentlich? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der LED-Chips ein und erklären alle wichtigen technischen Parameter sowie Anwendungsmöglichkeiten.

Was genau ist ein LED-Chip?

Ein LED-Chip ist im Grunde genommen eine lichtemittierende Diode, die Licht emittiert, wenn sie mit einer bestimmten Spannung und einem bestimmten Strom belastet wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Glühlampen, die Energie in Form von Wärme abgeben und dabei Licht erzeugen, wandeln LEDs elektrische Energie direkt in Licht um. Diese Effizienz macht sie zu einer der energiesparendsten Beleuchtungstechnologien auf dem Markt.

Die grundlegende Funktionsweise basiert auf der Halbleitertechnologie. Wenn Strom durch den Halbleiter fließt, werden Elektronen freigesetzt, die beim Übergang zwischen verschiedenen Energiezuständen Licht emittieren. Dieses physikalische Phänomen wird als Elektrolumineszenz bezeichnet.

Spannung und Strom bei LED-Chips

Die elektrischen Eigenschaften von LED-Chips sind entscheidend für ihre Funktionsweise und Anwendungsbereiche. Die Spannung von LED-Chips kann bei unterschiedlichen Modellen verschieden ausfallen, doch im Allgemeinen beträgt die Spannung eines einzelnen LED-Chips etwa 3V und der Strom 30mA. Diese Werte variieren je nach:

LED-FarbeTypische Spannung (V)Wellenlängenbereich (nm)Halbleitermaterial
Infrarot1,6-2,0850-940GaAs, AlGaAs
Rot1,8-2,2620-645AlGaInP
Orange2,0-2,4590-620AlGaInP, GaAsP
Gelb2,1-2,5565-590AlGaInP, GaAsP
Grün2,5-3,5520-565InGaN, GaP
Blau2,8-3,8460-490InGaN, SiC
Weiß3,0-3,7BreitbandInGaN + Phosphor
UV3,1-4,4250-400AlGaN, AlN

Die Spannung und der Strom der LED-Chips werden hauptsächlich durch die Reihen-Parallelschaltung der LED-Chips im LED-Gehäuseprozess bestimmt. Diese Verschaltungstechnik ermöglicht es, verschiedene Spannungs- und Stromkombinationen zu erreichen, je nach Anwendungszweck des Endprodukts.

Gängige Konfigurationen von LED-Chips

Durch die Kombination mehrerer LED-Chips in verschiedenen Schaltungen können Hersteller LEDs für unterschiedliche Anwendungsbereiche optimieren. Hier sind einige der häufigsten Konfigurationen:

0,2W LED-Chip (Standard-Konfiguration für Röhrenlampen)

Der 0,2W LED-Chip, der am häufigsten in Röhrenlampen verwendet wird, wird gebildet, indem zwei LED-Chips parallel geschaltet werden. Diese Konfiguration erzeugt typischerweise:

Diese Chips eignen sich hervorragend für LED-Röhren, da sie:

9V Hochspannungs-LED-Chip (für RC-Anwendungen)

Der Hochspannungs-LED-9V-Chip, der am häufigsten für die RC-Versorgung (Remote Control/ferngesteuerte Geräte) verwendet wird, entsteht durch die Reihenschaltung von drei LED-Chips. Die typischen Kennwerte sind:

Diese höhere Spannung hat mehrere Vorteile:

KonfigurationTypische SpannungTypische StromstärkeHauptanwendungsbereiche
Einzelner Chip3V30mAIndikatoren, kleine Displays
2 Chips parallel3V60mARöhrenlampen, Allgemeinbeleuchtung
3 Chips in Reihe9V30mARC-Anwendungen, batteriebetriebene Geräte
4 Chips in Reihe12V30mAAutomotive, Niedervolt-Systeme
2×3 Chips (2 parallele Stränge mit je 3 in Reihe)9V60mAHochleistungs-Beleuchtung, Strahler

Da LED-Chips aus mehreren in Reihe und parallel geschalteten LED-Chips bestehen, kann es viele Spezifikationen und unterschiedliche Spannungen geben. Die genaue Spannung des Chips kann auch daran gemessen werden, aus wie vielen einzelnen LED-Chips der gesamte Chip besteht. Da die einzelnen LED-Chips und die Bonddrähte relativ klein sind, kann die visuelle Inspektion natürlich nur eine grobe Schätzung abgeben. Der genaue Betrag wird mit Hilfe einer Gleichstromquelle gemessen.

Die Vielfalt der LED-Chip-Spannungen

Die Bandbreite der verfügbaren LED-Chip-Spannungen ist beeindruckend. Eines der kleinsten Modelle ist der 1 Watt LED Chip, allerdings werden 3V, 6V, 9V und so weiter häufiger verwendet. Hochleistungs-LEDs und spezielle Anwendungen können sogar Chips mit mehreren Dutzend Volt erfordern. Die Art der Chips hängt vom jeweiligen Designschema und Anwendungsbereich ab.

LeistungsklasseTypische SpannungsbereicheTypische AnwendungenLichtstrom (Lumen)
Low Power (≤0,3W)1,8-3,6VAnzeigeelemente, Hintergrundbeleuchtung1-30
Mid Power (0,3-1W)3-12VAllgemeinbeleuchtung, Röhrenlampen30-100
High Power (1-5W)6-24VStraßenbeleuchtung, Strahler100-500
Ultra High Power (>5W)24-72VFlutlicht, Bühnenbeleuchtung, Projektoren500-10.000+

Interessanterweise korreliert die Spannung oft mit der Farbtemperatur des erzeugten Lichts. Während Chips mit niedrigerer Spannung häufig wärmeres Licht (2700-3500K) erzeugen, tendieren höhere Spannungen zu kälterem Licht (5000-6500K). Dies ist jedoch vom Herstellungsprozess und den verwendeten Materialien abhängig.

Messung der LED-Chip-Spannung

Die Bestimmung der korrekten Betriebsspannung eines LED-Chips ist entscheidend für dessen optimale Leistung und Lebensdauer. Es gibt verschiedene Methoden, um die Spannung eines LED-Chips zu messen:

1. Einfache Prüfung mit einem Multimeter

Bei einem 1 Watt LED-Chip mit bis zu 3V kann der Diodenprüfer eines Multimeters zur Beleuchtung des Chips verwendet werden. Dieser hat positive und negative Anschlüsse. Wenn der Chip nicht leuchtet, ändern Sie einfach die Polarität, indem Sie die positiven und negativen Verbindungen vertauschen. Diese Methode gibt Ihnen jedoch nur eine grobe Idee davon, ob der Chip funktioniert, nicht aber die genaue Betriebsspannung.

2. Präzise Messung mit einer Gleichstromquelle

Bei unsicherer Spannung von LED-Chips kann diese nur mit einer Gleichstromquelle präzise gemessen werden. Das Verfahren besteht aus folgenden Schritten:

  1. Stellen Sie die Spannung der Gleichstromquelle auf Null ein
  2. Stellen Sie den Strom auf einen sicheren Maximalwert ein (typischerweise 30-50mA für kleine Chips)
  3. Verbinden Sie die positiven und negativen Elektroden des Chips mit der Stromquelle
  4. Erhöhen Sie die Spannung der Stromquelle langsam von Null aus
  5. Wenn der Chip beginnt zu leuchten, ist die angezeigte Spannung zu diesem Zeitpunkt die ungefähre Schwellenspannung des LED-Chips

Diese Methode bietet die genauesten Ergebnisse und wird häufig im Entwicklungsprozess eingesetzt.

MessmethodeVorteileNachteileAnwendungsgebiet
Multimeter (Diodentest)Schnell, einfach, keine spezielle Ausrüstung nötigUngenau, nur für FunktionstestSchnelle Überprüfung, Fehlersuche
GleichstromquellePräzise, kontrollierte TestbedingungenTeures Equipment, zeitaufwändigerEntwicklung, Qualitätskontrolle
LED-TesterAutomatisiert, misst mehrere ParameterSehr teuer, spezialisiertes GerätProfessionelle Herstellung, Forschung
Arduino/MikrocontrollerFlexibel, programmierbar, automatisierbarProgrammierung erforderlich, begrenzte GenauigkeitDIY-Projekte, Bastler

COB-Chips: Leistungsstarke LED-Arrays

COB (Chip-On-Board) bezeichnet eine fortschrittliche LED-Packaging-Technologie, bei der mehrere LED-Chips direkt auf einem Substrat platziert und mit einer gemeinsamen Phosphorschicht überzogen werden. Das Ergebnis ist eine einheitliche Lichtquelle mit hoher Lichtdichte.

Es gilt das gleiche Prinzip für COB-Chips wie für einzelne LED-Chips, aber die Spannung und der Strom werden relativ größer sein, da COB mehr LED-Chips in einem Gehäuse vereint. Die Spannung und der Strom der COB-Chips werden ebenfalls von einer Gleichstromquelle gemessen, folgen aber denselben grundlegenden Prinzipien.

Typische Parameter für COB-LEDs:

Die Vorteile von COB-LEDs:

Qualitätsunterschiede bei LED-Chips

Jeder Chip-Typ hat seine eigenen Eigenschaften, einige mit höherer Kosteneffizienz und andere mit besserer Leistung. Allerdings variieren LED-Chips mit der gleichen Spezifikation von Hersteller zu Hersteller erheblich in ihrer Qualität. Daher sind LED-Chips nicht unbedingt pauschal als gut oder schlecht zu bewerten. Solange sie gut behandelt werden und die Spannung von LED Chips angemessen ist, werden sie ihren Zweck erfüllen.

Wichtige Qualitätsmerkmale bei LED-Chips sind:

1. Binning-Qualität

Das „Binning“ bezieht sich auf den Sortierprozess, bei dem LEDs nach Helligkeits-, Farb- und Spannungseigenschaften klassifiziert werden. Hochwertige Hersteller verwenden strenge Binning-Kriterien, um konsistente Ergebnisse zu gewährleisten.

Binning-KategoriePremiumStandardEconomy
Farbtoleranz (SDCM)2-Step (kaum wahrnehmbar)3-4-Step (leicht wahrnehmbar)5+ Step (deutlich wahrnehmbar)
Helligkeitstoleranz±5%±10%±20%
Spannungstoleranz±0,1V±0,2V±0,5V

2. Wärmemanagement

Die Lebensdauer eines LED-Chips hängt stark von seinem Betriebstemperatur ab. Hochwertige LEDs verfügen über:

Bei einer Überhitzung von nur 10°C über der spezifizierten Temperatur kann sich die Lebensdauer eines LED-Chips um 30-50% verringern!

3. Langzeit-Zuverlässigkeit

Die Degradation (Lichtstromrückgang) über die Zeit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal:

Fazit: Die richtige LED für jede Anwendung

Die Vielfalt an verfügbaren LED-Chips mit unterschiedlichen Spannungen, Leistungsklassen und Eigenschaften macht sie zu einer extrem vielseitigen Technologie. Die richtige Wahl hängt von Ihrem spezifischen Anwendungsfall ab:

Die LED-Technologie entwickelt sich ständig weiter, mit Verbesserungen bei Effizienz, Farbwiedergabe und Lebensdauer. Bei der Auswahl sollten Sie nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch die langfristigen Vorteile hochwertiger LED-Chips berücksichtigen – von geringerem Energieverbrauch bis hin zu besserer Lichtstabilität.

Unabhängig von der gewählten Spannung oder Konfiguration ist es entscheidend, LED-Chips innerhalb ihrer spezifizierten Parameter zu betreiben. Mit der richtigen Gleichstromversorgung und Wärmeableitung werden Sie jahrelang von dieser effizienten Beleuchtungstechnologie profitieren.

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